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Rennberichte > August 2026

UCI MOUNTAIN BIKE Weltmeisterschaften Val di Sole-Trentino: Italien holt Gold im Team Relay zum Auftakt

Juri Zanotti, Paolo Costa, Martina Berta, Giorgia Pellizotti, Valentina Corvi und Fabio Bassignana sorgen am Mittwoch, den 26. August, für den ersten großen Jubel der Gastgeber bei den UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften im Val di Sole-Trentino. 13 Jahre nach dem letzten italienischen WM-Titel im Cross-Country Team Relay steht Italien wieder ganz oben auf dem Podium. Die Schweiz gewinnt Silber, die USA Bronze. Zuvor sicherten sich Jérôme Gilloux aus Frankreich und Anna Spielmann aus Österreich in Daolasa di Commezzadura die WM-Titel im E-Mountain Bike Cross-Country.

Italien musste 13 Jahre auf einen Weltmeistertitel im Cross-Country Team Relay warten. Gleich am ersten Tag der UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften Val di Sole-Trentino, die vom 26. bis 30. August stattfinden, war es nun so weit. Der spektakuläre Wettbewerb mit Fahrerinnen und Fahrern aus verschiedenen Altersklassen bildete den perfekten Auftakt in die WM-Woche.

Am Nachmittag des 26. August krönten sich Juri Zanotti, Martina Berta, Fabio Bassignana, Valentina Corvi, Paolo Costa und Giorgia Pellizotti zu Team-Relay-Weltmeistern. Die Schweiz holte Silber, die USA sicherten sich Bronze. Das Medaillenprogramm hatte bereits am Vormittag mit den Wettbewerben im E-Mountain Bike Cross-Country begonnen. Jérôme Gilloux bescherte Frankreich den Titel bei den Männern, während Anna Spielmann Österreich bei den Frauen ganz oben auf das Podium brachte. Der erste große Jubel dieser Weltmeisterschaften gehörte jedoch Italien. Den Erfolg widmete das Team Chiara Teocchi, die sich derzeit von ihrem Sturz beim Weltcup in La Thuile erholt.

CORVIS RUNDE BRINGT ITALIEN IM TEAM RELAY AUF DIE SIEGERSTRASSE
Italien eröffnete das Rennen mit Elite-Fahrer Juri Zanotti. Der Silbermedaillengewinner der Europameisterschaften bescherte den Gastgebern den gewünschten Start und übergab mit einigen Sekunden Vorsprung auf den Schweizer Nicolas Halter. Dahinter folgten Tschechien, Österreich und die USA. Die Entscheidung Österreichs, auf den ersten drei Positionen ausschließlich männliche Fahrer einzusetzen, zahlte sich zunächst aus. Starke Runden des Elite-Fahrers Mario Bair und des Juniors Michael Hettegger brachten Österreich an die Spitze, vor Italien und der Schweiz.

Paolo Costa und Martina Berta bauten anschließend Italiens Vorsprung auf die Schweiz weiter aus, bevor Anina Hutter die Schweizer Mannschaft auf der vierten Runde wieder zurück ins Rennen brachte. Die Entscheidung fiel schließlich auf der fünften Runde. Valentina Corvi fuhr die herausragende Runde des Nachmittags. Sie nahm der Österreicherin Johanna Piringer 1:35 Minuten ab, überholte sie noch vor Ende der Runde und erarbeitete zugleich einen entscheidenden Vorsprung auf die Schweiz, bevor es zum letzten Wechsel kam. Damit konnte Fabio Bassignana auf der Schlussrunde einen Vorsprung von rund einer Minute verwalten. Vor einer großen Zuschauerkulisse im Val di Sole überquerte er schließlich mit beiden Armen in der Luft die Ziellinie. Die Schweiz sicherte sich mit 51 Sekunden Rückstand Silber, die USA folgten mit 1:31 Minuten Rückstand auf dem Bronzerang. Österreich musste auf der letzten Runde für seine offensive Taktik zu Beginn des Rennens bezahlen und fiel noch auf Platz sechs hinter Kanada und Dänemark zurück.

„Eine Heim-Weltmeisterschaft auf diese Weise zu beginnen, ist ein Traum“, sagte Juri Zanotti. „Wir widmen diesen Sieg Chiara Teocchi. Wir hätten sie sehr gerne hier bei uns gehabt. Wir wünschen ihr alle eine schnelle Genesung, und dieser Sieg ist für sie. Die Staffel ist das einzige Rennen, bei dem wir wirklich als Team antreten. Heute waren wir perfekt. Besonders möchte ich den Frauen meinen Respekt aussprechen, denn sie haben heute den Unterschied gemacht.“

Martina Berta erklärte: „Im italienischen Trikot bei einer Heim-Weltmeisterschaft zu gewinnen, ist ein ganz besonderes Gefühl. Ich glaube, es ist für uns alle unglaublich. Juri ist sehr schnell gestartet, und danach haben wir alle hervorragende Leistungen gezeigt, darunter einige außergewöhnliche Einzelrunden. Eine so starke Schweizer Mannschaft zu schlagen, macht uns besonders stolz.“

E-XC: FÜNFTER UCI-WELTMEISTERTITEL FÜR GILLOUX
Der große Favorit wurde seiner Rolle gerecht: Jérôme Gilloux sicherte sich seinen fünften UCI-Weltmeistertitel im E-Mountain Bike Cross-Country – und das innerhalb von nur sechs Jahren. Seinen ersten WM-Titel in dieser Disziplin hatte der Franzose bereits 2021 hier im Val di Sole gewonnen. Diesmal musste er in Daolasa di Commezzadura allerdings hart kämpfen, um sich gegen den Schweizer Joris Ryf durchzusetzen. Der Weltmeister von 2023 ist der einzige Fahrer neben Gilloux, der in den vergangenen sechs Austragungen die Goldmedaille gewinnen konnte. Nach einem extrem schnellen Start von Ryf nahm Gilloux entschlossen die Verfolgung auf. Vier Runden benötigte der Franzose, um einen Rückstand von rund zehn Sekunden zu schließen. Dahinter festigte Stéphane Tempier den dritten Platz. Der Italiener Daniele Braidot folgte mit weiteren 31 Sekunden Rückstand.

Auf der fünften Runde gelang Gilloux schließlich der Anschluss an Ryf. Zwei Runden später setzte der Franzose seine entscheidende Attacke und konnte sich um einige Sekunden absetzen. Diesen Vorsprung verteidigte er bis ins Ziel. Gilloux gewann mit acht Sekunden Vorsprung auf Ryf. Stéphane Tempier erreichte mit 2:10 Minuten Rückstand den dritten Platz. Für den erfahrenen Mountainbiker war es bereits die vierte WM-Medaille in drei unterschiedlichen Disziplinen: Cross-Country Olympic, Team Relay und E-Mountain Bike Cross-Country. Daniele Braidot war als Vierter der bestplatzierte Italiener und erreichte das Ziel 2:41 Minuten hinter dem Sieger.

SPIELMANN ERNEUT E-XC-WELTMEISTERIN
Auch das Rennen der Frauen verlief weitgehend nach den Erwartungen. Die Österreicherin Anna Spielmann holte den Sieg und verteidigte damit erfolgreich ihren Weltmeistertitel, den sie 2025 im schweizerischen Wallis gewonnen hatte. Nachdem die Schweizerin Kathrin Stirnemann einen schnellen Start hingelegt hatte, schloss die 28-jährige Tirolerin auf der zweiten Runde allmählich die Lücke. Im mittleren Rennabschnitt erhöhte Spielmann das Tempo weiter. Nachdem sie sich einen Vorsprung von etwa zehn Sekunden herausgefahren hatte, konzentrierte sie sich auf den letzten Runden darauf, diesen zu kontrollieren. Damit sicherte sie Österreich die erste Goldmedaille bei den UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften 2026. Im Ziel wartete ihr Partner Lukas Pöstlberger auf sie. Der ehemalige Träger des Rosa Trikots beim Giro d’Italia 2017 und Sieger des 200-Kilometer-Rennens bei The Traka im vergangenen Mai übernahm an diesem Tag eine für ihn eher ungewohnte Rolle: die ihres Mechanikers. Hinter Anna Spielmann sicherte sich Kathrin Stirnemann mit elf Sekunden Rückstand die Silbermedaille. Bronze ging ebenfalls nach Österreich: Tamara Wiedmann überquerte die Ziellinie mit 44 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Die Italienerin Anna Oberparleiter belegte nach einer konstant starken Leistung vom Start bis ins Ziel mit 1:47 Minuten Rückstand den vierten Rang.

DONNERSTAG, 27. AUGUST: SECHS UCI-WELTMEISTERTITEL IM JUNIOREN-XCO UND CROSS-COUNTRY SHORT TRACK
Bei den UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften im Val di Sole-Trentino werden am Donnerstag, den 27. August, insgesamt sechs Weltmeistertitel vergeben. Das Tagesprogramm beginnt am Vormittag in Daolasa di Commezzadura mit den Cross-Country-Olympic-Rennen der Juniorinnen und Junioren. Das Rennen der Juniorinnen startet um 09:30 Uhr MESZ, gefolgt vom Rennen der Junioren um 11:15 Uhr MESZ.
Ab 15:30 Uhr steht dann Cross-Country Short Track auf dem Programm. Dabei handelt es sich um die kürzeste der fünf Disziplinen, die bei den diesjährigen UCI Mountain Bike Weltmeisterschaften im Val di Sole ausgetragen werden. Gefahren wird auf einem rund einen Kilometer langen Rundkurs mit etwa 25 Höhenmetern. Die Renndauer beträgt ungefähr 30 Minuten. Den Auftakt macht um 15:30 Uhr das Rennen der U23-Frauen. Um 16:30 Uhr folgen die U23-Männer, bevor um 17:45 Uhr die Elite-Frauen und um 18:30 Uhr die Elite-Männer an den Start gehen.

JUNIOREN-XCO MIT VIELEN UNBEKANNTEN
Die Cross-Country-Olympic-Rennen der Juniorinnen und Junioren gehören vermutlich zu den am schwierigsten einzuschätzenden Wettbewerben im gesamten WM-Programm. Ein Grund dafür ist, dass die jungen Fahrerinnen und Fahrer auf internationaler Ebene bislang nur vergleichsweise wenige Gelegenheiten hatten, direkt gegeneinander anzutreten. Bei den jüngsten Europameisterschaften im schweizerischen Monteceneri gewann der Franzose Mathieu Ghibaudo das Rennen der Junioren vor dem Österreicher Michael Hettegger und dem Deutschen Elias Hückmann. Bei den Juniorinnen sicherte sich die Schweizerin Anja Grossmann den Europameistertitel. Auch Fahrerinnen und Fahrer aus den USA und Kanada könnten im Kampf um die Spitzenplätze eine wichtige Rolle spielen.

SHORT TRACK MIT ZAHLREICHEN TOPFAHRERN
In den Cross-Country-Short-Track-Rennen werden zahlreiche Spitzenfahrerinnen und -fahrer aus der laufenden UCI-Weltcupsaison an den Start gehen. Vor allem im Rennen der Elite-Männer wird ein hochkarätiges Teilnehmerfeld erwartet. Dazu gehören der amtierende Cross-Country-Olympic-Weltmeister Alan Hatherly aus Südafrika sowie der aktuelle Short-Track-Weltmeister Victor Koretzky aus Frankreich. Das französische Team ist zudem mit weiteren international erfolgreichen Fahrern stark besetzt, darunter Adrien Boichis, Luca Martin und Mathis Azzaro. Auch der US-Amerikaner Bjorn Riley, Martin Vidaurre aus Chile und der Schweizer Dario Lillo zählen zu den Fahrern, die man im Blick behalten sollte. Die italienische Mannschaft wird von Simone Avondetto angeführt. Bei den Elite-Frauen gilt Sina Frei aus der Schweiz als klare Favoritin. Sie wurde 2021 hier im Val di Sole zur ersten UCI-Short-Track-Weltmeisterin überhaupt gekrönt. Zu ihren größten Konkurrentinnen zählen die Schwedin Jenny Rissveds, amtierende Cross-Country-Olympic-Weltmeisterin, Savilia Blunk aus den USA, Laura Stigger aus Österreich, die Schweizerinnen Nicole Koller und Ronja Blöchlinger, Samara Maxwell aus Neuseeland, Puck Pieterse aus den Niederlanden sowie die Kanadierin Isabella Holmgren.Im Short-Track-Rennen der U23-Frauen richtet sich der Fokus vor allem auf die Österreicherin Kathrin Embacher. Bei den U23-Männern gehören der Deutsche Paul Schehl und der Däne Gustav Heby Pedersen zu den besonders beachteten Fahrern.

DOWNHILL-FAHRER AUF DER „BLACK SNAKE“
Auch die Downhill-Fahrer werden am Donnerstag erstmals auf der Strecke aktiv. Auf dem als „Black Snake“ bekannten Kurs fand bereits heute der sogenannte Track Walk statt – die traditionelle Streckenbesichtigung zu Fuß, mit der das offizielle Programm der Downhill-Wettbewerbe beginnt. Am Abend steht in Daolasa di Commezzadura zudem das erste Side Event auf dem Programm. Um 21:00 Uhr MESZ beginnen die Qualifikationsläufe der 4X Pro Tour.

Der Eintritt zu den Rennen am Donnerstag, den 27. August, ist kostenlos. Dies gilt auch für die Veranstaltungen am Freitag, den 28. August. Für die Rennen am Samstag, den 29. August – Downhill – sowie am Sonntag, den 30. August – Cross-Country – werden hingegen Eintrittskarten benötigt.

Fotos: (c) Val di Sole / Giacomo Podetti / Michele Mondini / Daniele Molineris

Weitere Informationen unter www.valdisolebikeland.com

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