Das Lexware Mountainbike Team beim HC-Rennen in Banyoles (Spanien) - Paul Schehl nach Zwangsstopp Achter im Matschrennen von Banyoles - Schwierige Bedingungen in Katalonien: Emil Schmidt (Archivfoto oben) liebt den Matsch und kann sich im großen U23-Feld auf Rang 24 vorarbeiten
Viele Ausdauersportler überwintern in der Region Girona (Spanien), weil der Winter dort mild und das Wetter gut ist. Regen fällt nur selten. Vor zwei Jahren schüttete es in der Nacht vor dem Cross-Country-Rennen in Banyoles jedoch reichlich und der sandige Lehmboden verwandelte sich in eine klebrige Masse, die sich bei den Mountainbikes auf alles legte: Reifen, Bremsen, Schaltung. Das Fortkommen auf zwei Rädern wurde zur Qual. Nun ist es schon wieder passiert: Angekündigt war der Regen am Tag des U23-Rennens für den späten Nachmittag. Als es anfing zu tröpfeln, war Paul Schehl vom Lexware Mountainbike Team bereits unterwegs zur Rennstrecke. Der Start erfolgte um 14 Uhr. Aufgezogen hatte er schnelle Reifen mit wenig Profil. "Ich hatte keine Möglichkeit mehr, die Reifen zu wechseln", sagt der 20-Jährige. Anfangs, als der erdige Klebstoff noch nicht alles verstopfte, war Paul ganz vorne mit dabei: auf Position eins nach der Startloop und Dritter in der ersten Runde. "Es ging zunächst gut, ich habe mich gut gefühlt", erzählt er, "aber dann bin ich die Anstiege nicht mehr hochgekommen, musste runter vorm Rad, während die anderen fahren konnten". Die Reifen fanden keinen Halt mehr. Ein längerer Zwischenstopp in der Tech-Zone zum Laufradwechsel war unvermeidbar, Paul fiel im U23-Feld der mehr als 100 Starter auf Position 16 zurück. Anschließend mit profilierteren Reifen "konnte ich relativ gut wieder vorfahren", sagt der Junioren-Weltmeister von 2022, seine Aufholjagd endete auf Rang acht. Es war "ein Rennen zum Lernen."

Bei Nicholas Konecny, wie Schmidt das erste Jahr in der U23, fiel das Rennfazit ganz anders aus. "Es war ein super schlammiges, brutales Rennen in Banyoles", klagt der Amerikaner, der neu im Team Lexware ist, "ich habe sehr unter den Bedingungen gelitten". Mit Rang 50 blieb er hinter seinen Möglichkeiten zurück. Eine Rolle mag auch gespielt haben, dass er im Vorfeld krank gewesen war.
Ole Jan Riesterer war nach dem Rennen der Junioren (UCI Junior Series) zwiegespalten. Einerseits war er "happy", dass es ihm gesundheitlich wieder gut ging und er starten konnte. Das Rennen in Chelva eine Woche zuvor hatte er krankheitsbedingt verpasst. Andererseits fand auch er die Bedingungen "unnormal für ein MTB-Rennen". Der Kurs sei "extrem rutschig" gewesen, am Ende sprang für ihn Rang 22 heraus. "Ganz zufrieden bin ich damit nicht."

"Was für ein crazy Rennen, ich muss jetzt erstmal mich und mein Rad vom ganzen Schlamm befreien", sagt Antonia Weeger nach der anstrengenden Tortur. Anders als beim unglücklich verlaufenen Saisonauftakt sei sie in Banyoles ins U23-Rennen gegangen, ohne sich selbst zu viel Druck zu machen. Bei der Rutschpartie musste sie anfangs erst einmal Vertrauen zu den Reifen aufbauen, als das geschehen war, fand sie immer besser in den Wettkampf hinein. "Ich war stark, wo ich stark sein wollte", erzählt Antonia, "an den Anstiegen konnte ich ein konstantes Tempo fahren". Heraus kam Rang zehn im Klassement der U23-Frauen. Sie sei happy und mit ihrer Leistung bei den Bedingungen zufrieden.
Anfangs war Paul Schehl im Matschrennen von Banyoles auf Trockenreifen unterwegs, ein Zwischenstopp und Laufradwechsel in der Tech-Zone war unvermeidbar und warf ihn auf Rang 16 zurück. Auf Reifen mit mehr Profil kämpfte er sich zurück und wurde Achter.
Das nächste Highlight:
Am Sonntag, 23. März, wird in Rivera (Tessin) auf dem Kurs am Monte Ceneri das erste Rennen um den Swiss Bike Cup ausgetragen. Die 4,2 km lange Cross-Country-Strecke zählt zu den technisch anspruchsvollsten in der Schweiz. Neben den HC-Rennen für die Elite und U23-Klasse werden auch Rennen der UCI Junior Series ausgetragen.
Fotos: (c) Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion
Weitere Informationen unter www.lexware-mountainbike-team.de