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MTB Sport News März 2025 54 - www.mtb-sport.de - die Mountainbike Seite im Netz!

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Das Lexware Mountainbike Team beim Swiss Bike Cup in der Schweiz und Pro Cup in den USA - Sina van Thiel und Elias Hückmann beenden Schlammschlacht  im Tessin auf Rang zwölf - Nicholas Konecny gewinnt beim US Pro Cup in Fayetteville das U23-Rennen

Was  für extreme Bedingungen! Am Tag vor dem ersten Cross-Country-Rennen um  den Swiss Bike Cup in Rivera (Tessin) hat es kräftig geschüttet, die  Offroad-Passagen am Monte Ceneri wurden dadurch zu Rutschbahnen. Die  Pampe aus den Schlammlöchern legte sich auf alles: Mensch, Material und  auf die zahlreichen Steinplatten, die dadurch spiegelglatt wurden.  Zahlreiche Passagen waren fahrend nicht mehr zu meistern, runter vom  Rad, Lauferei war angesagt. Das Matsch-Roulette beendeten Sina van Thiel  (U23) und Elias Hückmann (Junioren/Foto oben) vom Lexware Mountainbike  Team jeweils auf Rang zwölf. Eine gute und schlechte Nachricht kommt aus  den USA, wo Nicholas Konecny vom Lexware Team beim US Pro Cup ein  Cross-Country-Rennen der U23-Klasse gewonnen hatte, zwei Tage später an  gleicher Stelle allerdings heftig stürzte und aufgeben musste.
                                                       
"Wir sind bergauf gerannt und wir sind bergab gerannt"
Der 4,2  Kilometer lange Cross-Country Rundkurs am Monte Ceneri im Tessin ist  einer der technisch anspruchsvollsten in der Schweiz und gefürchtet  wegen der  steilen, natürlichen Felspassagen. "Auf der Strecke geht es  ganz schön zur Sache, die kennt keine Gnade", sagt Sina van Thiel ein  paar Tage vor dem Rennen, "die Strecke ist sehr anstrengend. Die  Bergauf-Passagen jagen den Puls in die Höhe und bergab muss man aufgrund  der vielen Schwierigkeiten hellwach sein". Die 22-Jährige mag Strecken,  "die mich ans Limit bringen".

Das war am Sonntag beim HC-Rennen in der Schweiz allerdings auf eine  etwas andere Art und Weise als gedacht der Fall: Denn paart man eine  schwierige Strecke mit extremen Bedingungen, wird es für alle zur  Grenzerfahrung. "War das ein Scheiß", platzt es aus Sina nach dem Rennen  heraus, "wir sind gefühlt 80 Prozent des Kurses gerannt. Wir sind  bergauf gerannt und wir sind bergab gerannt". Wichtiger als der zwölfte  Platz im U23er-Feld war für Sina van Thiel, "dass ich heil ins Ziel  komme und am nächsten Sonntag zum Weltcup nach Brasilien fliegen kann."  Vergangenes Jahr hatte sie den Weltcup-Auftakt in Südamerika verpasst,  weil sie malad zu Hause lag. Elina Benoit und Antonia Weeger vom Lexware  Mountainbike Team waren im U23-Rennen der Frauen in Rivera  krankheitsbedingt nicht am Start.

Im U23-Wettkampf der Männer deutete der Schweizer Noel Toth, der neu im  Lexware Team ist, seine Qualitäten an. Obwohl er sich gleich in der  ersten Runde einen Platten einfing und eine halbe Runde bis zur  Tech-Zone ohne Luft im Reifen überstehen musste, kämpfte er sich nach  dem Laufrad-Wechsel von Rang 38 nach vorne. "Irgendwie kam ich aber  nicht richtig in Schwung", klagt Noel, "ich mag auch die Verhältnisse  mit Regen und Schlamm nicht so." In der letzten Runde hatte er abermals  einen Raddefekt, sein erstes U23-Rennen beendete er dennoch bravourös  auf dem 21. Platz. "Ganz okay" findet er das. Noel Toth war  vierschnellster Starter des jüngsten U23-Jahrgangs.

"Eigentlich sind das die Bedigungen, die ich liebe: matschig, schmierig,  kalt", sagt Emil Schmidt, "es war aber zu matschig, man musste den  Großteil der Strecke laufen". Emil spürte er jeden Schritt, hatte  Schmerzen, da er am Tag zvuor im Training auf die Hüfte gefallen war.  Als in der dritten Runde ein weiterer Abgang vom Rad unsanft endete,  eilten die Sanitäter herbei und wollten ihn aus dem Rennen nehmen. Der  18-Jährige setzte sich jedoch wieder in den Sattel: "Es war dann aber  schwierig vom Kopf her noch einmal alles zu geben", sagt Emil, er wurde  ein Opfer der 80-Prozent-Regel  im U23-Rennen der Männer und wurde  rausgenommen. Seine Platzierung weiß er nicht, er hat das Rennen schon  abgehakt, "es war kein guter Tag", sagt er. In der Ergebnisliste wird er  als 38. geführt.
Starke Premiere von Elias Hückmann
Elias  Hückmann feierte ebenfalls Premiere: Erster Start in einem international  gut besetzten Junioren-Rennen, das im Tessin zählt zur UCI Junior  Series. Nach einem "nicht ganz optimalen Start" habe er gut ins Rennen  gefunden und konnte sich von Startposition 38 bis auf den achten Platz  nach vorne arbeiten. Er hielt sich lange unter den ersten zehn, erst in  der letzten Runde verlor er aufgrund von Seitenstechen noch einige  Positionen. "Der ständige Wechsel zwischen Fahren und Laufen machte mir  zu schaffen. Einige Anstiege waren schlichtweg unfahrbar." Das  "anstrengende Rennen bei schwierigen Bedigungen" beendete Elias als  Zwölfter. "Für mein erstes gut besetztes Juniorenrennen bin ich damit  mehr als zufrieden." Er war bester deutscher Starter und  Drittschnellster des jüngeren 2008er-Jahrgangs.

Lexware-Teamkollege Ole Jan Riesterer blieb mit Rang 31 hinter den  eigenen Erwartungen zurück. "Extrem viele Laufpassagen haben meine  eigentlich gute Form gekillt", sagt Ole, "Rückenschmerzen und  Atemprobleme haben mir es zudem erschwert, ein gutes Rennen zu machen".
                                                                      
Nicholas Konecny siegt und stürzt zwei Tage später
Der junge  Amerikaner Nicholas Konecny, der seit dieser Saison für das Lexware  Mountainbike Team startet, hat seinen ersten Saisonsieg eingefahren.  Beim Cross-Country-Rennen in Fayetteville im US-Bundestaat North  Carolina gewann der 18-Jährige das U23-Rennen mit einer halben Minute  Vorsprung. "Ich hatte einen sehr guten Start und war von Anfang an in  der Spitzengruppe dabei", erzählt Nicholas. Auch anschließend  entwickelte sich das Renngeschehen für den WM-Vierten der Junioren 2024  positiv: Als der Elitestarter Riley Amos zur U23-Spitzengruppe auffuhr,  klemmte sich Nicholas an sein Hinterrad. "Er hat mich zum Sieg gezogen",  sagt Nicholas, "es war ein sehr solides Rennen und eine gute Leistung  von mir, ich bin super happy". Das Rennen, das zum US Pro Cup zählt, war  aufgrund heftiger Winde und Wetterwarnungen um einen Tag verschoben  worden. Beim zweiten Cross-Country-Rennen in Fayetteville zwei Tage  danach stürzte Nicholas heftig: "I crashed hard." Mit etlichen offenen  Blessuren vor allem am Knie gab er das Rennen auf und ließ sich im  Krankenhaus untersuchen. Alle Daten sind noch nicht ausgewertet, bisher  wurden aber keine ernsthaften Verletzungen festgestellt. "Feeling fine  now", schreibt Nicholas.
                                                       
Die nächsten Highlights:
Am Sonntag,  30. März, wird in Obergessertshausen in Landkreis Günzburg das erste  Cross-Country-Bundesligarennen der Saison ausgetragen. Die Rennen der  Nachwuchsklassen beginnen am Sonntagmorgen um 8 Uhr, Start der Frauen  ist um 14.15 Uhr, die Männer sind um 16.30 Uhr dran. Am gleicher Stelle  findet am Samstag und Sonntag ebenfalls eine Nachwuchssichtung mit  Slalom und XCO-Rennen statt. In Araxa (Brasilien), wo vom 3. bis 6 April der erste Weltcup der Saison  ausgetragen wird, findet am letzten März-Wochenende als Probelauf ein  HC-Rennen statt.

Fotos: (c) Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion

Weitere Informationen unter www.lexware-mountainbike-team.de

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