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MTB Sport News Mai 2025 82 - www.mtb-sport.de - die Mountainbike Seite im Netz!

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Lexware Mountainbike Team - Paul Schehl feiert in Nove Mesto den ersten Weltcupsieg seiner Karriere - In  einem an Spannung kaum zu überbietenden Regenrennen ringt der  Mountainbiker des Lexware Teams in der U23-Klasse Rens Teunissen van  Manen (Niederlande) und Finn Treudler aus der Schweiz nieder.

Zuerst haben  sie sich auf der Strecke bis zum letzten Meter bekämpft, die  Mountainbiker Paul Schehl vom Lexware Team (Foto oben), Rens Teunissen  van Manen (Niederlande/Foto oben rechts) und der Schweizer Finn  Treudler. Anschließend ging der Kampf auf dem Siegertreppchen weiter:  Alle drei hatten sich mit einer Flasche Sekt bewaffnet. Paul Schehl  (Foto oben) nahm als Sieger des U23-Mountainbike-Weltcuprennens in Nove  Mesto (Tschechien) das Heft des Handelns in die Hand:  Zunächst  trackierte der 20-Jährige aus Freiburg den zweitplatzierten Holländer  mit einer straffen Schaumwein-Fontäne, als der, je länger die Dusche  dauerte, eher Genuss als Abneigung empfand, widmete sich Paul  anschließend dem Schweizer auf der anderen Seite, aber leider war nicht  mehr viel Druck in der Flasche. Auch zuvor war es bereits  feucht-fröhlich zugegangen: Denn viele eilten nach dem Triumph herbei -  Freunde, Familie, natürlich Pauls "Mum", Teammitgliederinnen und  -mitglieder -  herzten und umarmten den U23-Weltcupsieger Paul Schehl  und einige hatten feuchte Augen. Freudestrahlend  sagte er, als ihm ein  Mikrofon hingehalten wurde: "Der kam jetzt mal richtig unerwartet,  dieser Sieg. Denn die letzten Wochen waren eine Achterbahnfahrt nach dem  Sturz in Brasilien und drei Wochen Trainingspause".

"Ich habe das, glaube ich, auf der Zielgeraden clever gemacht"
Dass Paul  Schehl über ein leistungsstarkes System, über Renninstinkt und die  nötige Zweirad-Technik verfügt, um Großes zu leisten, das hat er schon  oft bewiesen. Als Junior stand er schon einmal international ganz oben:  Weltmeister in der Klasse U19. Auf die Plätze, fertig, los - Vollgas.  Paul ist ein Racer, das ist seine DNA. Im Short-Track-Rennen von Nove  Mesto hatte er lange in der Spitzengruppe mitgehalten und war erst in  der Schlussphase von Rang drei auf sechs zurückgefallen. Tags darauf im  Cross-Country-Rennen nistete sich Paul erneut von Anfang an weit vorne  im Feld ein. Nach der ersten Runde war er Achter, dann Sechster,  Fünfter, Vierter, doch eigentlich schien es, dass die beiden enteilten  Teunissen van Manen und Treudler den Sieg unter sich ausmachen  werden. "Ich habe erst einmal mein Ding gemacht, bin meinen Rhythmus  gefahren und habe die anderen machen lassen", sagt Paul. Treudler bekam  Probleme mit seiner Schaltung, musste den Niederländer ziehen lassen und  Paul rückte seinerseits dem Schweizer auf die Pelle. Er schloss zu ihm  auf und in der fünften von sieben Runden ließ er ihn trocken stehen. Man  glaubte zuerst nicht, was man anschließend sah: Denn Paul kam dem groß  gewachsenen Holländer, der bis dahin sehr dominant aufgetreten war,  immer näher. Und tatsächlich: Paul schloss zu Teunissen van Manen auf.  Der Schweizer Treudler auf Position drei war nicht weit zurück, mal  waren es 11 Sekunden, mal 15. Ein Fehler auf regennassem Terrain, eine  Unachtsamkeit hätte alles noch einmal ändern können in einem Rennen, in  dem Stürze nicht die Ausnahme, sondern die Regel waren. In der letzten  Runde attackierte zunächst Paul, später der Niederländer. Lösen konnte  sich keiner. Sie kamen zusammen in den Stadionbereich, Paul hielt sich  geschickt am Hinterrad des Schlakses aus Holland. Was dann jedoch auf  der Zielgeraden folgte, war ein sehenswerter Ausbruch von  Entschlossenheit, Überzeugung und Willenskraft, zu dem nur wenige fähig  sind. Sieger schon. Paul Schehl ist einer von ihnen. Er riss die Arme  hoch, schrie vor Grlück. "Ich bin sehr glücklich", wird er später sagen.  Es war sein Moment. "Ich war in den technischen Passagen gut  unterwegs", sagt der U23-Weltcupsieger, "ich habe das am Ende, glaube  ich, clever gemacht auf dieser langen Zielgeraden im Gegenwind. Auf  Position zwei war ich im Vorteil." Und er war wild entschlossen, sich  diesen Sieg zu holen.

                                                       
Cross-Country: "Ich bin sehr froh, mit Sina gekämpft zu haben und freue mich fürs Team"
Auch im  U23-Rennen der Frauen in Nove Mesto gab es Grund zur Freude für das  Lexware Mountainbike Team: Sina van Thiel und die Schweizerin Elina  Benoit überzeugten mit starken Leistungen in Nove Mesto und finishten in  den Top Ten: Sina wurde Sechste, Elina Achte. Beiden kämpften sich die  meiste Zeit Seite an Seite über den schwierigen Parcours, nach 82  Minuten Renndauer war Sina neun Sekunden eher im Ziel. "Ich bin stolz,  dass ich alle aus unserer Gruppe am Ende hinter mir lassen konnte", sagt  Sina, "ich hatte Mitte des Rennens einen Hänger.  Am Ende konnte ich  bergauf noch einmal Gas geben und auch bergab war ich wieder im Flow".  Sina strebte dem Ziel allein entgegen, Elina hingegen lieferte sich  einen Zielsprint mit der Engländerin Ella Maclean-Howell um Rang sieben,  den sie um Reifenstärke verlor. "Meine Resultate werden besser und  besser. Ich bin sehr froh mit Sina gekämpft zu haben und freue mich für  das Team", sagt Elina.

Nicht zufrieden war Lexware-Teamkollegin Antonia Weeger mit Platz 29 im  U23-Wettkampf. "Wenn man von Position 42 ins Rennen geht, kann man in  der Startloop nicht viel erwarten", sagt die 20-Jährige, "ich bin nicht  Vorwärtsgekommen. Ich war hinten gefangen." Sie bleibe aber weiter  positiv und nehme die Dinge, wie sie kommen.

Im World-Series-Rennen der Junioren in Nove Mesto belegte  Lexware-Starter Elias Hückmann, der sein erstes Jahr in der U19-Klasse  absolviert, den 24. Platz. "Die Vorfreude auf das Rennen war riesig, es  ist ein legendäres Rennen auf einem besonderen Kurs", sagt Elias, "ich  hatte die Spitzengruppe anfangs noch in Sichtweite. Ich habe aber nach  der ersten Rennhälfte meine guten Beine verloren und Krämpfe bekommen".  Er habe gegen Ende Platz um Platz verloren und sich auf Rang 24 ins Ziel  gerettet, berichtet der 17-Jährige.

Clara Hirsch und Maxi Strittmatter in St. Märgen
Clara Hirsch  und Maxi Strittmatter (beide U17) vom Lexware Team starteten in St.  Märgen bei einem Rennen um den Schwarzwälder MTB-Cup. "Wir konnten uns  gemeinsam absetzen und haben uns an der Spitze abgewechselt", erzählt  die 15-jährige Clara, "wir sind dann auch als erste ins Ziel gefahren".

Short Track: Wilde Startphase der U23-Frauen
Nach drei  Fehlstarts wurden die U23-Frauen nach alter Väter Sitte mittels Pfiff  ins Short-Track-Rennen von Nove Mesto geschickt. "Danach gab's erst  einmal a bissl Tumult auf der engen und kurvigen Strecke", erzählt Sina  van Thiel, "bei einer 180 Grad Steilhangkurve standen die Kurveninneren  still". Sina wurde dadurch im Feld nach hinten gespült. Der Kampf nach  vorn im Feld war schwierig, "weil auf der Zielgeraden viel Gegenwind  blies und es bergauf über eine Wiese ging: Heißt: Jeder war am Drücken!"  Trotzdem sei sie sehr zufrieden mit ihrer Leistung und Rang 13, sagt  die 22-Jährige, "das Short Race war eine mega Vorbelastung für das  Cross-Country-Rennen".

Die nervöse und ruppige Startphase der U23-Frauen machte fast allen zu  schaffen, auch Elina Benoit. "Leider war ich in der Anfangsphase zweimal  kurz blockiert und anschließend fast die Letzte im Feld", erzählt die  junge Schweizerin, die seit dieser Saison für das Lexware Team startet.  Anschließend musste sie viel investieren, um Boden gutzumachen. Sie  konnte sich noch auf den 17. Platz im 40er-Feld verbessern und war  zweitbeste Lexware-Starterin zwei Sekunden hinter Sina van Thiel.

Einen Tag vor dem Short Race war noch nicht klar, ob Antonia Weeger zu  den 40 Auserwählten gehören würde, die im Short Track losgelassen  werden. Doch sie ist reingerutscht und resümierte anschließend: "Das war  ein richtig heftiger Short Track, so einen extremen bin ich noch nie  gefahren", sagt die 20-Jährige, "man konnte sich nie erholen, es gab die  ganze Zeit Attacken, es ging ständig kurz heftig hoch oder runter". Als  25. hatte sie die dritte Startreihe für das XCO-Rennen nur hauchdünn  verfehlt.

Das nächste Highlight:
Der vierte  Cross-Country-Weltcup der Saison in Saalfelden Leogang im Salzburger  Land: Die Short-Track-Rennen der Klassen Elite und U23 werden am  Freitag, 6. Juni, von 15.45 Uhr ausgetragen (15.45 Uhr U23-Frauen/16.25  Uhr U23-Männer/17.30 Uhr Frauen/18.10 Uhr Männer). Der Samstag ist für  die Downhill-Rennen reserviert. Am Sonntag, 8. Juni, folgen die  Cross-Country-Wettkämpfe: Die U23-Frauen starten um 9 Uhr, die  U23-Männer sind um 11 Uhr dran. Die Elitefrauen gehen um 13 Uhr auf den  Kurs, die Männer um 15 Uhr.

Fotos: (c) Armin M. Küstenbrück / EGO-Promotion /Staron Photo

Weitere Informationen unter www.lexware-mountainbike-team.de

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